Private Krankenversicherung (PKV)
Was ist eine private Krankenversicherung (PKV)?
Die private Krankenversicherung, kurz PKV, ist das Gegenstück zur gesetzlichen Krankenversicherung, kurz GKV, und kann von Arbeitnehmern mit einem Jahresbruttogehalt ab 49.500 Euro sowie von Selbstständigen, Freiberuflern, Beamten und Studenten unabhängig von ihrem Jahreseinkommen abgeschlossen werden (Stand 2011). Ehepartner und Kinder müssen separat versichert werden. Die PKV wird von privatrechtlich organisierten und gewinnorientierten Versicherungsunternehmen angeboten, die nach bestimmten Aufnahmebedingungen verfahren und Kunden ablehnen dürfen.
Die private Krankenversicherung (PKV) lässt sich in drei verschiedenen Modellen abschließen, als Vollversicherung, die für ambulante und stationäre Behandlungen aufkommt, als Teilversicherung, die einen Anteil der Kosten übernimmt, und als Zusatzversicherung, um Kosten, die von der GKV nicht getragen werden, abzudecken. Die Zusatzversicherung steht entsprechend nur Versicherungsnehmern der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Verfügung.Versicherungsnehmer der PKV verfügen, je nach gewählten Leistungen, über freie Arzt- und Krankenhauswahl, haben im Krankenhaus Anspruch auf Einzel- oder Zweibettzimmer und bekommen Medikamente, Zahnersatz und Seehilfen voll erstattet. Auch die Übernahme der Kosten von Massagen, Kuren, Physiotherapie, Psychotherapie und alternativen Behandlungsmethoden kann vereinbart werden.
Anders als bei der GKV existiert bei der PKV kein fester finanzieller Rahmen für Ärzte. Die Versicherungsnehmer erhalten nach einer ambulanten Behandlung eine Rechnung, die sie, ebenso wie Rezepte, beim Versicherungsunternehmen einreichen, um die Kosten erstattet zu bekommen. Im Falle einer stationären Behandlung rechnet das Krankenhaus zumeist direkt mit dem Versicherer ab, sofern der Versicherungsnehmer zuvor durch die Vorlage einer unterschriebenen Krankenversicherungskarte die Ansprüche gegenüber der PKV an das behandelnde Krankenhaus abgetreten hat.
Bei der PKV ist die Höhe der zu zahlenden Beiträge von verschiedenen Faktoren abhängig, darunter das Eintrittsalter und der Beruf. Auch der Gesundheitszustand spielt eine wesentliche Rolle und kann Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse führen. Risikozuschläge sind in der Regel prozentuale Aufschläge auf den Normalbeitrag, die nach einer nachweislichen Verbesserung des Gesundheitszustandes wieder reduziert werden können. Leistungsausschlüsse bedeuten, dass die Behandlungskosten einer bestimmten Vorerkrankung vom Versicherer nicht übernommen werden. Weiterhin können die Beiträge im Nachhinein steigen, unter anderem wegen Inflation, neuen steuerlichen Rahmenbedingungen oder Veränderungen an den gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Der Geltungsbereich der privaten Krankenversicherung (PKV) erstreckt sich über ganz Europa und mindestens für eine Dauer von einem Monat auch außerhalb Europas. Diese Zeitspanne kann durch zusätzliche Beitragszahlungen erhöht werden.
